SJD - Die Falken
Kreisverband Neuss
Direkt aus dem Sommercamp auf der Insel Föhr

                                                                                
Tagesinfo vom 22.07.1998
Hier sollte besser nicht gemietet werden
Kriminelles Geschäftsgebaren
Kinder müssen drunter leiden
In ländlichen Gebieten ist bekanntlich Inzucht durch fehlende Außenkontakte weit verbreitet. Dies gilt insbesondere für Inseln, so auch für die schöne Watteninsel Föhr. Offensichtlich sind hiervon nicht nur die zahlreichen blinden Kaninchen betroffen. Auch das Verhalten einiger Exemplare der aufrecht laufenden Spezies des Homo Sapiens läßt sich eigentlich nur durch derartig bedingte Defekte erklären.

So wurden unsere geplanten Fahrradtouren durch die starrsinnige Borniertheit und die dreisten Geschäftspraktiken einiger Eingeborener zu einem Erlebnis der dritten Art:
Alles fing damit an, daß wir mit dem Fahrradhändler T. aus Boldixum einen schriftlichen Vertrag über die Lieferung von Fahrrädern zum Zeltlagerplatz schlossen. Durch den schlechten Zustand bereits auf dem Platz vorhandener Räder alarmiert, riefen wir bei Herrn T. an und baten ihn, die Fahrräder vor der Lieferung zu kontrollieren und uns nur fahrbereite und verkehrssichere Räder zu vermieten. Es sollten schließlich Kinder damit fahren.

Am nächsten Tag wurden uns dann auch Fahrräder gebracht immerhin 27, der uns zugesagten 35. Daß 8 Räder fehlten, war nicht so schlimm, da 10 der gelieferten Räder platt waren und wir sie sowieso zum nächstgelegenen Mitbewerber schieben mußten, um diese aufpumpen zu lassen. Es war nämlich keine Luftpumpe vorhanden. Hier bekamen wir auch Ersatz für die nicht vorhandenen Fahrräder.

Die Radtour über die Insel verlief dann sehr abwechslungsreich. Einige Räder und ihre jungen Benutzer hielten sogar bis zum Schluß durch, darunter alle 8 des freundlichen Mitbewerbers des Herrn T.. Bei anderen blockierten während der Fahrt die Räder, sie verloren ihre Kettenschaltung oder sie hatten von Anfang an keine funktionsfähigen Bremsen. Durch vielfältige Stürze kam zu keinem Zeitpunkt der Fahrt Langeweile auf. Zum Glück gab es nur kleinere Abschürfungen und keine ernsthafteren Verletzungen.

Nach Rückkehr der Gruppe war Herr T. telefonisch leider für uns nicht erreichbar. So versuchten wir, einem seiner Mitarbeiter unsere Probleme zu schildern und eine Lösung für den nächsten Tag zu finden, an dem wir schließlich 85 Fahrräder bekommen sollten, u.a. für kleine Kinder. Da dieser sich offensichtlich nicht dazu in der Lage sah, funktionstüchtige Räder zu liefern, bot er großzügig und verantwortungsbewußt an, uns gar keine zu liefern. Wir hatten jedoch eine vogelkundliche Radtour mit dem BUND gebucht, alle Kinder freuten sich riesig, und wo sollten wir auf die Schnelle 85 Räder mitten in der Ferienzeit her bekommen? Auf unseren vorsichtigen Hinweis auf den schriftlichen Vertrag ernteten wir nur Gelächter. So verblieben wir dabei, die 27 Fahrräder bis zum nächsten Tag auf dem Zeltlagerplatz zu belassen. Desweiteren versprach uns der freundliche Mitarbeiter, seinem Chef unser Anliegen vorzutragen.
Am nächsten Morgen war unsere Freude dann groß, als wir feststellten, daß statt der uns vertraglich zugesicherten 85 Räder nun nur noch zwei auf dem Platz standen. In einer Nacht- und-Nebel-Aktion hatte Herr T. die restlichen abholen lassen und dabei natürlich vergessen, uns unsere Kaution zurück zu erstatten.

Auf telefonische Nachfrage weigerte Herr T. sich, mit einem lapidaren Hinweis auf seine nicht vorhandenen allgemeinen Geschäftsbedingungen, uns die vertraglich zugesicherten Fahrräder zu liefern. Weiter verlangte er von uns, die fehlenden zwei Räder bis 12 Uhr zu ihm zu bringen, sonst würde er rechtliche Schritte einleiten. (Wir hatten zwar bereits für das Abholen bezahlt, aber hier handelte es sich wohl um den berühmten Fall von höherer Gewalt.)

Fazit:

Unsere Kinder mußten auf ihre vogelkundliche Radtour verzichten und waren sehr enttäuscht und unser Bild von Föhr im allgemeinen und seiner Geschäftswelt im besonderen wurde schwer angekratzt.

                                                                                
Das F-Dorf ging Baden

Wie bereits oben in dem Bericht geschildert, konnte das F-Dorf aufgrund des freundlichen Rad-Verleihers leider nicht an der vom BUND geführten vogelkundlichen Radtour teilnehmen (nochmals vielen Dank Herr T.).

Flexibel wie die Neusser Falken nun mal sind, hat das Dorf umdisponiert. Statt geradelt wurde geschwommen.
Gegen 11:00 Uhr gings per Pedes den Strand entlang zum Wellenbad nach Wyk. Nach ca. 1,5 Std. war der Weg geschaft und das Bad wurde unter gejohle erobert. Nach drei Stunden Aufenthalt war dann auch der Bademeister geschaft und die Kids konnten sich nach einem kleinen Picknick in Wyk vergnügen und die ein oder andere Postkarte
erwerben, die vielleicht in den nächsten Tagen auch bei Ihnen ankommen wird.

Um 18:00 Uhr wurden die Kids dann per Bus wieder zurück ins Camp gebracht und stürzten sich hungrig auf das warme Essen ( siehe Speiseplan)